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Corinna (2)

Luther und die Avantgarde-Kollwitz und Barlach

Gleich zu Beginn des neuen Schuljahres sind die Kunstklassen unseres Gymnasiums zum Lutherjahr nach Wittenberg gereist. Ein Tag gefüllt mit zeitgenössischer Kunst der Avantgarde und einer sehr bewegenden Ausstellung, die Käthe Kollwitz im Dialog mit Ernst Barlach zeigte. Grafiken, Druckgrafiken und Skulpturen konnten wir in interessanten Zusammenhängen in der Schlosskirche betrachten und zeichnerisch erfassen sowie Dialoge visualisieren.
Ein ebenso großes Highlight des Tages war die Ausstellung von 70 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern im Alten Gefängnis in Wittenberg. Luthers Freiheitsbegriff und aktuelle künstlerische Positionen zu Weltpolitik, Digitalisierung, Wahrnehmung und gesellschaftlichen Problemstellungen sind hier eindrucksvoll ineinandergeflossen.

Die Schülerinnen und Schüler der 10. Kunstklasse haben in wenigen Sätzen ihren Eindrücken Worte verliehen:

Angst, Verzweiflung, Trauer, Wut, Freiheit beschreibt am besten meine gesammelten Eindrücke von der Ausstellung. Als ich in den Räumen war, hatte ich immer das Gefühl ein Teil der Kunst zu sein.

In einem Gefängnis ist man gefangen. So wurden wir auch von einigen in Zellen gefangenen Kunstwerken ergriffen und gefangen. Die Ausstellung war sehr vielseitig und ließ viele Interpretationsmöglichkeiten offen. Mir hat die Ausstellung sehr gut gefallen, da sich meine Gefühle je nach Kunstwerk änderten.

Es war gleichzeitig undurchsichtig und doch so klar im Ausdruck. Die Kunstwerke haben nachdenklich gemacht. Ist es Kunst, wenn man darüber nachdenken muss? Grundlegend verschiedene Ansätze und Umsetzungen, aber trotzdem eine klar ersichtliche Verbindung. Ein roter Faden, der sich durch die Ausstellung zieht.

Ich fand es sehr interessant im Gefängnis, da es mich der zeitgenössischen Kunst ein wenig nähergebracht hat. Man konnte förmlich spüren wie kreativ und ideenreich die Künstler sein müssen, die die Zellen gestaltet haben. Der anschließende Besuch in der Kirche, in welcher wir uns Kunst von Käthe Kollwitz und Ernst Barlach angesehen haben, hat einen guten Kontrast dazu geboten.

Die Ausstellung vermittelt neue Eindrücke, was als Kunst gilt. Die Welt wird kritisiert und die Menschen erscheinen fragwürdig.

Die verschiedenen Herangehensweisen der Künstler haben mir gut gefallen. Insgesamt war es ein inspirierender und lehrreicher Ausflug.

Die Avantgarde regt zum Nachdenken an. Jedes Kunstwerk stellt ein aktuelles, gesellschaftliches oder politisches Thema dar, das einen dazu anregt über seine persönlichen Grenzen hinaus zu blicken.

Das Kunstlehrerteam