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Comenius-Abschluss in Ankara

Nach nunmehr zwei Jahren intensiver europäischer Zusammenarbeit mit Schulen aus 5 Partnerländern galt es im Mai, mit dem Besuch des türkischen Gymnasiums, dieses Projekt zum erfolgreich Abschluss zu bringen. Vier Schülerinnen und Schüler sowie vier Lehrer machten sich in den Pfingstferien auf den Weg nach Ankara, in die Hauptstadt der Türkei.
Darüber haben die Teilnehmer Tagebuch geführt.

Sonntag, 12. Mai 2013
Wir trafen uns 12:30 mit unseren Lehrern Frau Lange, Frau Schmidt, Frau Freier und Herrn Schönlein auf dem Flughafen Leipzig-Halle. Schnell verabschiedeten wir und von unseren Eltern, gaben unser Gepäck auf, checkten ein und warteten auf das Flugzeug. Es startete 14:45 Uhr und wir freuten uns sehr, dass wir endlich in die Türkei fliegen konnten! Während des Fluges hatten wir beeindruckende Aussichten auf Wolken, Städte, wie zum Beispiel Istanbul, Felder, den Balkan und vieles mehr. Wir kamen kurz vor 19 Uhr in Istanbul an und mussten uns dann beeilen , um unseren Anschlussflug nach Ankara zu bekommen. Im Flugzeug trafen wir schon auf die lettische Delegation, mit der wir dann um 22 Uhr Ortszeit in Ankara landeten, aber noch bis 23 Uhr in der Eingangshalle saßen, da der Koffer einer lettischen Lehrerin verschwunden war. Endlich konnten wir mit den Shuttlebus zum Hotel der Lehrer fahren und wurden dort von unseren Gastfamilien schon erwartet. Es war ein herzlicher Empfang , aber wir waren alle nach dem langen Flug natürlich sehr müde. Endlich konnten wir mit unseren Gastfamilien nach Hause fahren und schlafen gehen. (Annegret Schmeil)

Montag, 13. Mai 2013
Da wir einen Tag früher, als das offizielle Programm es vorsah, angereist waren, stand der Montag ganz zu unserer freien Verfügung. Die Gasteltern der Schüler hatten sich darauf eingestellt, sich frei genommen und zeigten den Jugendlichen individuell die besten Seiten der 5 Millionen Metropole und verwöhnten sie mit landestypischen Speisen.
Wir Lehrer erkundeten am Vormittag die zweitgrößte Moschee der Türkei, die Kocatepe-Moschee. Dieses gewaltige Bauwerk beeindruckte uns durch seine Größe und die Ruhe, die auf uns wie eine wohltuende Oase in der hektischen Großstadt wirkte.
Am Nachmittag ging es per Taxi durch das geordnete Verkehrschaos in die Altstadt Ankaras.
Auf der noch wenig sanierten Zitadelle konnten wir eine der schönsten Aussichten auf die bebauten Berge der City genießen.
Am Abend trafen dann auch die altbekannten Delegationen der anderen Partnerländer ein und es gab ein herzliches Wiedersehen. (H. Schönlein)

Dienstag, 14. Mai 2013
Am Dienstag war unserer erster Besuch ihn der Schule unserer Gastgeber. Wir wurden freundlich empfangen und offiziell durch die türkischen Lehrer und Schüler begrüßt. Anschließend gab es eine Führung durch die Schule. Dort sahen wir die Biologie-, Physik- und Musikräume. Im Letzteren spielten uns eine Schülerin und ein türkischer Schüler etwas vor. Auch wir Deutschen leisteten unseren Teil mit einem Klavierstück.Was uns sehr in den Unterrichtsräumen beeindruckt hatte war, dass es überall einen tafelgroßen Bildschirm mit Internetverbindung gab. In der Sporthalle begannen wir spontan ein Volleyballspiel, dem sich auch die Schüler der anderen Länder anschlossen. Danach zeigten wir unsere Präsentationen. Das Thema hieß diesmal“Rote Listen - geschützte Arten in den Nationalparks“.
Zwischendurch gab es eine Pause mit Musik. Die türkischen Lehrer und Schüler tanzten. Viele Teilnehmer der anderen Delegationen machten mit und alle hatten viel Spaß. Nach dem zweiten Teil der Präsentationen gab es für alle zum Mittag türkische Pizza.
Am Nachmittag fuhren wir in das Nationale Naturkunde-Museum von Ankara. Wir sahen uns die Ausstellung an und füllten vorbereitete Arbeitsblätter aus. Später konnten wir uns noch ein wenig nach eigenem Interesse im Museum bewegen. Als wir wieder mit unseren Gastgebern auf dem Gelände der Schule angekommen waren, wurde der offizielle Teil beendet und wir sind sind zu unseren Gastfamilien nach Hause gefahren. Viele Schüler trafen sich am Nachmittag wieder um gemeinsam noch etwas zu unternehmen. (Beate Schmeil)

Mittwoch, 15. Mai 2013
Nach einem ereignisreichen Dienstag trafen wir uns nun am Mittwoch früh um 9:00 Uhr an der Ҫağribey Anatolium High School, um über eine Stunde in den Kizilcaham Soğuksu National Park zu fahren.
Dort angekommen wurden wir herzlich von der obersten Führung des Parks begrüßt. Danach wurde die eigentlich draußen geplante Präsentation auf Grund des Wetters nach innen verlegt. Kernpunkt war der Black Vulture, ein Geier der im Gebiet des Nationalparks die zweit größte Population in der Türkei aufweist. Über diesen Riesenvogel, welcher eine Spannweite von drei Metern erreichen kann, konnten wir uns dann auch eine Dokumentation anschauen.
Nach der Theorie begaben wir uns nun in die wilde Natur des Parks, um fossile Bäume zu sehen. Das Highlight dabei war der Marsch durch den strömenden Regen.
Nach diesen Strapazen gab es erst mal ein leckeres Mittagessen in einem Hotel in der Nähe des Naturschutzgebietes.
Die danach geplante Führung durch das Gebiet, damit wir die Flora und Fauna aus nächster Nähe betrachten konnten, fiel sprichwörtlich ins Wasser und deshalb kamen wir gleich zum Workshop, der Bau eines Black Vulture Nestes mit Hilfe der Ranger. Wir mussten uns dabei auch die Materialien selbst suchen. Wer gewonnen hatte, wurde diplomatisch geklärt, so dass alle gleich gut waren. Abschließend bekamen wir Geschenke und Urkunden, die der Chef des Parks den Lehrern überreichte.
Da wir nun früher als geplant fertig waren, fuhren wir zurück und der Großteil der deutschen Jugendlichen ging nun in ein Einkaufszentrum, um angesagte Ankara-T-Shirts zu kaufen. Danach gingen wir typisch türkisches Iskandasch essen.
Letztendlich kamen wir um Mitternacht nach Hause, nachdem wir noch ein bisschen Tischtennis gespielt hatten. Ende eines anstrengenden, ereignisreichen Tages. (Nikolas Schreiter)

Donnerstag, 16. Mai 2013
Am Donnerstag, den 16.Mai war es endlich richtig sonnig und wir wurden wir früh um 9.00 Uhr vom Chef des Schulamtes empfangen. Wir wurden herzlich begrüßt und erfuhren etwas über die Bezirke und Schulen Ankaras. Nach einer ausgelassenen Busfahrt mit türkisch tanzenden Lehrern und Schülern, besuchten wir Anıtkabir, das Museum und Mausoleum des Nationalhelden Musatafa Kemal Atatürk. Ein Guide führte uns durch die Räume, wir sahen mit seine Sachen, Kleider, Schriften und seinen vielen gelesenen Bücher. Nachdem wir noch sein Grabmal bestaunt und viele Erinnerungsfotos geschossen hatten, kehrten wir wieder zu den Bussen zurück und diesmal ging es zu den traditionellen Häusern Ankaras, bei denen wir eine Stunde lang in kleinen Shops Souveniers kaufen oder uns einfach nur die Umgebung anschauen durften. Nachdem wir uns wieder alle versammelt hatten, gingen wir in ein nahes sehr schönes Restaurant und aßen ein leckeres türkisches Menü. Leider blieb an diesem Tag keine Zeit mehr die Burg von Ankara zu besichtigen. Wir fuhren wieder zurück zur Schule und in einem Workshop verglichen wir die Lösungen zu den Arbeitsblättern, die wir im Museum ausfüllen mussten und vertrieben uns danach die Zeit mit Tischtennis bis die Lehrer mit ihrer Auswertung des Comenius-Projektes fertig waren. Als wir uns alle in dem Präsentationsraum verammelt hatten, wurden uns Zertifikate überreicht und es gab noch ein kleines schönes Klavier-Gitarre-Gesangskonzert von den musisch begabten Schülern. Ab 17.00 Uhr wurde dann gefeiert, getanzt, genascht, unzählige Gruppenfotos geschossen und Kontaktdaten ausgetauscht. Die Abschlussparty endete ungefähr um 20.00 Uhr und wir verabschiedeten uns, nicht ohne ein paar Tränchen, langsam voneinander.
Nachdem wir das letzte mal gewunken hatten, gingen die Schüler teilweise in kleinen Gruppen nach Hause und verbrachten den letzten Abend mit ihrer Gastfamilie.

Freitag, 17. Mai 2013
Am nächsten Morgen trafen sich die deutsche und die lettische Gruppe vor dem Hotel der Lehrer. Wir trennten uns, teils schweren Herzens, von unseren Gastfamilien, bedankten uns vielfach und fuhren zum Flughafen. Vom Flugzeug aus sagten wir dann Ankara das letzte mal Good bye.
Es war eine sehr lustige, erfahrungsreiche und ausgelassene Woche mit vielen Erlebnissen und bleibenden Eindrücken und ich denke, dass wir alle viele neue Kontakte knüpfen konnten. Wir werden sie noch lange in guter Erinnerung behalten. (Lina Richter)