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Zebrafische, Ribosomen und Stammzellen

Alexander von Humboldt, Albert Einstein, Johann Wolfgang von Goethe sowie ca. 300 Nobelpreisträger sind oder waren einst ihre Mitglieder. Und nun durften wir auch einmal, zumindest als Gast ihrer Jahresversammlung beiwohnen. Die Rede ist hier von der Nationalen Akademie der Naturwissenschaften, der Leopoldina. Sie ist die größte wichtigste und, mit ihrer 359jährigen Geschichte, auch die älteste der Wissenschaftsgemeinschaften in Deutschland.
Im Rahmen eines Schülerstipendiums, welches von der Häreus-Stiftung an 100 Schüler aus ganz Deutschland vergeben wurde, gab man Paula Mantel aus der 12/3 und mir, Max Brose aus der 12/1, die Gelegenheit, an der alljährlichen Versammlung der Lepoldina teilzunehmen, welche dieses Jahr im Kultur- und Kongresszentrum Halle stattfand. Am Donnerstagnachmittag begann unser Stipendium mit einer Besichtigung des Hallenser Doms und wurde mit einer Stadtführung und einem Vortrag über die Geschichte Mitteldeutschlands fortgesetzt. Im Anschluss ließen wir den ereignisreichen Tag mit einem Essen für alle Stipendianten im halleschen Schad ausklingen. Am nächsten Tag begann nun die eigentliche Jahresversammlung der Leopoldina. Sie fand vom Freitag, dem 23.9 2011 bis Sonntag, dem 25.9.2011 statt. In dieser Zeit wurde das Leitthema „Was ist Leben?“ in Vorträgen international renommierter Wissenschaftler unter biologischen, chemischen, physikalischen, aber auch unter philosophischen und theologischen Gesichtspunkten beleuchtet. Wir hörten unter anderem einen Vortrag von Prof. Dr. Ada E. Yonath über Ribosomen als Fabrik des Lebens. Prof Dr. Ada E. Yonath wurde für ihre Arbeit 2009 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Andere Vorträge, die mich persönlich auch sehr beeindruckten waren „Das Potential induzierter pluripotenter Stammzellen in der Medizin“ von Prof. Dr. Hans Schörle, der die neuste Innovation auf dem Gebiet der Stammzellenforschung beschrieb, welche schon in naher Zukunft Grundlage für die Behandlungen heute noch schwer oder unheilbarer Krankheiten seien wird, sowie den Vortrag „die Chemische Energie, Kompartimentierung und Leben“ von Prof. Dr. William Martin. Er ging der Frage vom Ursprung des Lebens in Beziehung mit der Entstehung dieser chemischen Substanzen auf den Grund. Weitere Highlights waren der Besuch und die Rede unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag, ein gemeinsames Mittagessen, am Samstag, im Maritim Hotel mit Wissenschaftlern der Leopoldina, die uns Fragen zur Wissenschaft und unserm Studium beantworteten, sowie ein Streitgespräch zum Thema Allgemeinbildung. Neben den wissenschaftlichen Vorträgen haben wir natürlich auch Bekanntschaften mit Schülern aus ganz Deutschland geschlossen.

Zum Ende möchte ich noch einmal kurz auf die leitthematische Frage der Jahresversammlung zurückkommen „Was ist Leben?“. In diesen vier Tagen durften wir lernen, dass dieses extrem spannende Thema auch mindestens genauso kompliziert und vielseitig zu beantworten ist. Denn so modern und fortgeschritten unsere Wissenschaft auch ist, hat sie gerade einmal einen Bruchteil davon entdeckt was unser Leben ausmacht. Auch wenn der Mensch wohl nie das Leben komplett verstehen wird, so sollten diese vielen Rätsel des Lebens, ein Ansporn für die Menschheit sein, weiter zu forschen. Für diese und viele weitere Erkenntnisse sowie für 4 sehr erlebnisreiche Tage möchten Paula und ich mich rechtherzlich bei der Häreus- Stiftung, die uns dieses Stipendium ermöglicht hat, bei unserer Schule dem Burg-Gymnasium Wettin, der Leopoldina und in diesem Bezug besonders dem Team (unter Prof. Dr. Markus Schwörer), das uns während des Stipendiums betreut hat, bedanken.