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Festwoche mit lettischen Freunden

105 Jahre ist unsere lettische Partnerschule in Aluksne alt und eine Lehrerdelegation durfte im letzten Jahr an den Feierlichkeiten zum Jubiläum teilhaben.
25 Jahre gibt es nun das Burg-Gymnasium Wettin, auch ein Grund zum Feiern, und so waren diesmal lettische Lehrer zu uns eingeladen.
Sieben von ihnen machten sich mit dem Auto auf den etwa 20 stündigen Weg, um am Mittwoch, den 7. September 2016 in Halle anzukommen.
Bei einem zünftigen Abendessen wurde das herzliche Wiedersehen mit Freunden zelebriert, denn aus der mehrjährigen Partnerschaft haben sich mittlerweile echte Freundschaften entwickelt.

Am nächsten Tag hatten ein Lehrerteam des Burg-Gymnasiums und die Bürgermeisterin Frau Klecar zu einer Konferenz zum Thema "Ernst Glück - als Brücke zwischen Wettin und Aluksne" ins Stadthaus nach Löbejün eingeladen.
Ernst Glück, in Wettin geboren, gilt durch seine Bibelübersetzung als der lettische Martin Luther und ist somit das Bindeglied unserer Zusammenarbeit mit dem Ernst-Glück-Gymnasium in Aluksne. Seit mehreren Jahren ist sein Wirken auch Gegenstand der Projektarbeit unserer Schüler, die ihre Arbeitsergebnisse in englischer Sprache den Konferenzteilnehmern präsentierten. Dabei verfolgten wir das Ziel, neue Impulse, Quellen und Ansprechpartner für weitere Forschungen zu bekommen.
Dieses Vorhaben gelang, denn die geladenen Gäste wie Bürgermeister, Stadträte, Fraktionsvorsitzende, Frau Sterz vom Heimatverein und nicht zuletzt unsere lettischen Gäste hatten vielversprechende Ideen und Hinweise für uns parat. In der sich anschließenden lebhaften Diskussion wurden viele Fragen und Themen erörtert, z.B. wie die Stadt Wettin-Löbejün unsere Projektarbeit unterstützen kann, welche Perspektiven es für eine Partnerschaft beider Städte gibt, welche Quellen genutzt werden können, um weiter Ergebnisse bei der Projektarbeit zu erzielen, welche Ansprechpartner uns weiterhelfen. Es wurde sogar darüber nachgedacht, einen Platz, eine Straße oder eine Schule nach Ernst Glück zu benennen.
Insgesamt sind wir mit den Ergebnissen der Konferenz sehr zufrieden und wünschen uns sehr, die Zusammenarbeit wie geplant weiter zu intensivieren.
Ein „Dankeschön“ richten wir an Frau Klecar und Frau Heier für die kulinarische Umrahmung und an Johann Mantel, einem ehemaligen Schüler des BGW, der durch einen Studienaufenthalt in Riga die lettische Sprache erlernte und als Übersetzer helfend zur Seite stand.

Am Abend dann waren die lettischen Partner unsere Gäste anlässlich der Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen des Burg-Gymnasiums Wettin.
In einer kleinen Ansprache mit herzlichen Worten gratulierten sie der Schule und übergaben Gastgeschenke an die Schulleiterin Frau Mutschler.

Am Freitag, dem 9. September stand eine Tagesexkursion nach Meißen auf dem Programm. Geplant-getan! Der Weltruf des Meißener Porzellans wurde auch in Lettland vernommen und so wünschten sich unsere Gäste einen Besuch der Porzellanmanufaktur und des -museums. Sichtlich beeindruckt von der filigranen Handarbeit, aber auch von den Preisen folgte anschließend ein Stadtrundgang. Die Altstadt, der Besuch der Albrechtsburg und der Ausblick über das Meißener Elbtal sorgten für weitere Impressionen.

Auf Vorschlag der Gäste begann das Samstagprogramm mit der Besichtigung der Templerkapelle in Mücheln. Es folgte die Teilnahme am großen Treffen der ehemaligen Schüler und Lehrer des Burg-Gymnasiums Wettin zum 25jährigen Jubiläum. Ideen zur Umsetzung hatten die Wettiner Lehrer im vergangenen Jahr aus der lettischen Partnerschule mitgebracht. Man lernt eben voneinander in den verschiedensten Bereichen!

Sonntag. Nein, nicht ausschlafen, sondern auf zum Sachsen-Anhalt-Tag nach Sangerhausen! ...und wir waren die Ersten im noch verschlafenen, farbenprächtigen und duftenden Rosarium, dem weltweit sortenreichsten Rosengarten!
Danach begann in der Innenstadt der Festumzug mit 4500 aktiven Teilnehmern. Da die Letten sehr traditions- und heimatverbunden sind, waren sie von den vielen Spielmannszügen, historischen Vereinen, geschmückten Wagen und kostümierten Menschen total begeistert und merkten kaum, dass sie bei 30°C zweieinhalb Stunden an der Strecke gestanden und gewunken hatten.
Entspannter war der Rückweg mit Rast am Süßen See bei Seeburg.
Von dort aus ging es weiter zum Höhnstedter Kelterberg, bekannt geworden durch die „Schönste Weinsicht Deutschlands 2016“. Frau Krüger vom gleichnamigen Weingut führte durch die Weinberge und wusste viele interessante und erstaunliche Fakten zu berichten.
Sie begleitete uns anschließend „Zur Weintraube“, einer Höhnstedter Gaststätte. Dort erlebten wir mit unseren lettischen Freunden den Abschlussabend, der neben lokalen Speisen auch eine Weinprobe enthielt.
Bei Abschiedsreden und -geschenken ließen wir gesellig die Besuchstage ausklingen. Die Wehmut hielt sich dabei in Grenzen, da schon bald, im Oktober 2016, eine Wettiner Delegation mit Schülern und Lehrern den Weg nach Aluksne suchen wird, um dann weiter auf den Spuren von Ernst Glück zu wandeln.

H.S.